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Data-driven Anti-Doping – Neue und innovative Wege im Kampf gegen Manipulation im Sport

von Dominic Mueser [DOPING]

Sport verkörpert Werte wie Leidenschaft, Spaß, Freundschaft, Fairness und vieles mehr. Sport prägt das gesellschaftliche Leben in allen Altersbereichen. Athletinnen und Athleten, die ihren Sport auf dem höchsten Niveau austragen, sind Vorbilder für ganze Generationen junger Menschen. Sportgroßereignisse fesseln Millionen in den Stadien, Hallen und vor den Fernsehgeräten. Sport hat die Kraft, Werte zu vermitteln und Brücken zu bauen.

Betrachtet man allerdings die Geschichte des Sports und insbesondere die jüngere Vergangenheit, so wird eine andere Seite sichtbar. Die positiven Seiten des Sports werden seit Jahren immer wieder durch Skandale in den Hintergrund gedrängt. Denn Doping, Korruption, Spielmanipulation, Vertuschung und Machtmissbrauch erschüttern regelmäßig das Vertrauen in den Leistungssport und die großen Sportorganisationen.

Dabei ist der Kampf der Anti-Doping Organisationen meist aussichtslos, da gut organisierte Netzwerke im Hintergrund koordiniert und zielstrebig agieren, um das Doping-Kontrollsystem zu umgehen. Viel zu lange wurde auf die „selbstreinigende“ Kraft des Sports vertraut. Die WADA, wie auch die nationalen Anti-Doping Organisationen wurden schließlich etabliert, um Unabhängigkeit zu garantieren und die Anti-Doping Arbeit zentral zu koordinieren.

Dass dies jedoch nicht reicht, zeigt die tägliche Praxis. Denn Anti-Doping Organisationen sind oft unzureichend ausgestattet und unterfinanziert, weswegen – trotz meist großem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – im Anti-Doping-Kampf oftmals nur Teilerfolge erzielt werden. Um im Kampf gegen immer neue Dopingsubstanzen und -techniken erfolgreich bestehen zu können, wird das Regelwerk kontinuierlich weiterentwickelt. Dies ist zwingend erforderlich, stellt die oftmals unterbesetzten Anti-Doping Organisationen aber vor enorme Herausforderungen.

Die sich stetig verändernden Dopingsubstanzen und –methoden, wie auch die im digitalen Zeitalter agierenden Netzwerke und Versorgungswege, sind Herausforderungen, auf die der Anti-Doping Kampf umfassend reagieren muss. Dass mit den bisherigen Methoden wie Urin- und Blutkontrollen heutzutage nicht mehr viel erreicht werden kann, wurde nicht zuletzt durch Fälle wie die „Operation Aderlass“ deutlich. Nur durch eine enge und effektive Kooperation mit den zuständigen Strafverfolgungsbehörden, die Einbindung entsprechender Experten und moderner Technologien kann das Anti-Doping System mit den heutigen Anforderungen mithalten.

Bereits der ehemalige WADA Präsident David Howman hat gesagt: „Drug testing methods in sport are still rooted in the 1970s and better technology is needed to catch more than „dopey dopers“.“

Entsprechend erlangt auf Ebene der Anti-Doping Organisationen der Bereich ‚Intelligence & Investigations‘ zentrale Bedeutung. Durch moderne und vor allem digitale Ermittlungsmethoden lassen sich die kriminellen Strukturen, Abläufe und Netzwerke aufdecken und Sportlerinnen und Sportler zielgerichteter und sinnvoller kontrollieren. Gleichzeitig müssen Kommunikationswege zu Strafverfolgungsbehörden aufgebaut werden, um Maßnahmen koordiniert durchzuführen und die Effizienz weiter zu erhöhen.

Die WADA hat mit ihrer im Jahr 2016 eingerichteten Intelligence & Investigation Unit den ersten wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen und bereits beträchtliche Erfolge erzielen können. Die nationalen Anti-Doping Organisationen müssen nun nachziehen, stehen dabei aber oft vor großen personellen und technischen Herausforderungen.

An dieser Stelle bietet Sportradar als flexibles, technisch innovatives und lösungsorientiertes Unternehmen den Anti-Doping-Organisationen professionelle Unterstützung an. Hierzu wurde 2019 der bereits seit 2005 auf Anti-Match-Fixing etablierte Integrity Bereich um eine Anti-Doping Unit ergänzt. Diese ist auf die aktuellen Herausforderungen des Anti-Doping-Kampfes spezialisiert und kann auf die im Bereich Anti-Match Fixing bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzten Intelligence & Investigation Services zurückgreifen. Durch einen wirkungsvollen Einsatz von „Intelligence & Investigation“, sowie die Neuentwicklung technisch basierter innovativer digitaler Ermittlungssysteme und -methoden, können Anti-Doping Organisationen so von den Erfahrungen und Möglichkeiten eines globalen Tech-Unternehmens profitieren.  Dabei bietet Sportradar die erforderlichen Ermittlungsfähigkeiten und –kapazitäten, um nationale Anti-Doping Organisationen in ihrer Zielsetzung, ein effizientes Anti-Doping System zu implementieren, das sich nicht nur auf die klassischen Formen der Dopingkontrollen stützen muss, wirkungsvoll zu unterstützen. Aktuell bietet Sportradars Anti-Doping Services Unterstützung in den Bereichen

  • Athlete Performance Monitoring
  • Intelligence & Investigation
  • Intelligence-led testing und
  • Integrity Education.

Weitere Informationen zu Sportradar’s Anti-Doping Services sowie die entsprechenden Ansprechpartner/-innen finden Sie unter: https://integrity.sportradar.com/anti-doping/

Foto: picture alliance / Fredrik v. Erichsen

Dominic Mueser arbeitet seit Februar 2019 bei Sportradar in München, nachdem er zuvor 11 Jahre lang für die NADA in Bonn tätig gewesen war. Der ehemalige Leistungssportler war bei der NADA als Director of Education and Prevention tätig. Bei Sportradar verantwortet er seit Januar dieses Jahres auch den Weg auf den US- und nordamerikanischen Markt.

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